Sonntag, 23. Juni 2013

Der Elbradweg, Radeln für Anfänger

Radfahren kann man je eigentlich überall. Aber wer nicht trainiert ist oder einfach nicht weiß was er sich zumuten kann, will sich nicht überfordern.

Gelegenheitsradler haben zwei Ängste: Eine Anhöhe nicht zu schaffen, die mitten auf der unbekannten Strecke auftaucht, und nicht aufhören zu können, wenn man nicht mehr kann, weil man immer noch den  Weg nach Hause schaffen muss.

Das Anhöhenproblem lösen alle Flussradwanderwege an Elbe, Rhein und Donau. Es gibt keine Steigungen, denn das Wasser fließt nicht bergauf und kaum merklich bergab.

Der Elbradweg zwischen Bad Schandau und Meißen ermöglicht jedoch auch das man fast überall aufhören kann, wo man will.

Kaufen Sie sich kein E-Bike. Steigungen gibt es nicht, und wenn die Kräfte beim geradeausfahren schwinden dann machen Sie in einem Biergarten oder Weinlokal eine Pause, dann schaffen Sie noch 3km, und dann können Sie immernoch mitsamt Rad auf S-Bahn oder Dampfschiff umsteigen. Außer innerhalb Dresdens liegt kaum ein S-Bahnhof mehr als 200 Meter vom Elbradweg entfernt.Die S-Bahn fährt alle 30 min.

Innerhalb Dresdens können Sie das Fahrrad mit in die Strassenbahn nehmen, aber bitte nicht in großen Gruppen und lassen Sie Rollstuhlfahrer und Kinderwagen den Vorrang. Kleinzschachwitz, Laubegast und Blasewitz sind gute Umstiegspunkte.

Elbradweg in Radebeul-West, mit Dampfschiff und Niederwarthaer Brücke

Durch die Verkehrsanbindung vermeidet man es auch einen Weg doppelt fahren zu müssen und kann mehr km in eine Richtung zurücklegen. Fährt man morgens mit der S-Bahn nach Königstein kann man die 60km nach Dresden  als Langsamfahrer bei 15 km/h in 4 Stunden, zuzüglich ein paar Pausen vielleicht in 6 Stunden schaffen. Wenn Sie merken, dass Sie bereits in Pirna erschöpft sind, fahren Sie ab dort mit Dampfschiff oder S-Bahn weiter, oder bereits in Rathen oder Wehlen.

Start- und Zielort können Sie sich frei wählen. Es ist fast wie im Fitness-Studio, sie können jederzeit aufhören, wenn sie keine Lust oder Kraft mehr haben.

Aber auch wenn Sie Hin- und Rückweg per Rad zurücklegen wollen, der Elbradweg ist fast durchgängig beidseitig befahrbar. Es gibt ein paar Brücken und Fähren an denen Sie die Seiten wechseln können, so dass Sie nicht zweimal genau das gleiche sehen werden.

Die Nordseite, auf der auch die Weinberge liegen,  ist im Allgemeinen sonniger, die Südseite liegt mehr im Schatten, im Hochsommer wird man eher im Kühlen fahren wollen, in April und Oktober in der Sonne.

Anders als an Rhein und Donau ist das Elbtal wesentlich ruhiger. In der Sächsichschen Schweiz ist man fast alleine mit der Natur. Es gibt keine Strassen am Fluss entlang, nur hier und da Stichstrassen aus dem Hinterland zu den Ortschaften. Der Kurort Rathen gilt als autofrei.

Auf der Elbe trifft man kaum auf Frachtschiffe, man hat "Glück" wenn man mal einen Lastkahn als Fotomotiv findet. Viel öfter sieht man ein Schiff der Sächsischen Dampfschifffahrt.

Wer Weinromantik liebt und es etwas ruhiger mag, dem sei besonders die Strecke zwischen Meißen und Diesbar-Seußlitz empfohlen. Diese 12km liegen jedoch außerhalb des S-Bahn Bereiches und es gibt nur ein Schiff am Tag, Diesbar an 12:30, ab 13:30, wenn Sie den Weg nur einmal zurücklegen möchten. Leider hat man das Fahrtenangebot auch noch auf Freitag- Sonntag beschränkt, da es anscheinend „zu ruhig“ war.

Schreckhaften oder ängstlichen Menschen sei auch vom Durchqueren von Dresden auf dem Elbradweg, insb. am Wochenende eher abgeraten.  Die Konkurrenz mit Spaziergängern, Kinderwägen, Skatern ist schon so stark, das man um Schlängellinien, Überholvorgänge und Bremsmanöver kaum herumkommt.